Hinter den Kulissen: 8 Fragen an Johann Steinberger

In einer Welt, in der Events für Gäste mühelos wirken sollen, zeigt Johann Steinberger von JED Events, wie präzise Planung, klare Kommunikation und gelebte Hospitality Erlebnisse schaffen, die bleiben. Stimmig, professionell und voller Teamgeist.

Johann Steinberger, Director of Operations
Seit 2025 bei JED Events | Spezialgebiet: Event Operations, Hospitality & Live-Kommunikation

Bei JED Events entstehen Veranstaltungen, die in Erinnerung bleiben sollen – Business Events, Galas, Generalversammlungen, Mitarbeiterevents und besondere Begegnungen mitten auf dem JED Campus in Schlieren. Damit ein Event für Gäste leicht, stimmig und selbstverständlich wirkt, braucht es hinter den Kulissen präzise Planung, klare Kommunikation und ein Team, das jedes Detail im Blick hat.

Einer, der genau dafür steht, ist Johann. Als Director of Operations und Mitglied der Geschäftsleitung verantwortet er die operative Umsetzung von Events und bringt viel Erfahrung aus Hotellerie, Gastronomie, F&B und Eventmanagement mit. Aufgewachsen in einer Hoteliersfamilie in Österreich und geprägt durch die gehobene Hotellerie, sagt Johann: „Gut ist nicht gut genug.“

Wir haben mit ihm über Gastfreundschaft, Operations, Teamwork und die Frage gesprochen, was einen wirklich guten Event ausmacht.

 

Du stammst aus einer Hoteliersfamilie in Österreich. Events, Gastronomie und Hotellerie begleiten dich seit deiner Kindheit. Wie kann man sich dieses Aufwachsen vorstellen – und was nimmst du bis heute in deine Arbeit als Director of Operations mit?

Gastfreundschaft war bei uns nie einfach ein Beruf – sie war Teil des Familienalltags. Man kann schon sagen: Ich bin mit dem Hotelbetrieb gross geworden. Wir waren vier Geschwister – und der Hotelbetrieb war für uns alle ein Stück weit Wohnzimmer, Spielplatz und Schule fürs Leben zugleich. Ob Küche, Service, Gäste oder Gespräche am Tisch – vieles davon war einfach immer präsent. Gefühlt wurde ich also nicht weit weg vom Pass gewickelt (lacht).

Schon früh habe ich gelernt, dass Menschen sich nicht nur an Räume, Abläufe oder Produkte erinnern, sondern vor allem daran, wie sie sich gefühlt haben. Dieses Verständnis prägt meine Arbeit bis heute.

Für mich beginnt ein erfolgreicher Event nicht erst beim Aufbau, sondern beim Verstehen der Gäste, des Kunden und des Ziels der Veranstaltung. Als Director of Operations ist es mein Anspruch, Technik, Catering, Service, Ablauf, Logistik und Team zu einem stimmigen Ganzen zu verbinden.

 

Du warst viele Jahre im Bürgenstock Resort tätig, einem Ort, an dem Hospitality auf höchstem Niveau gelebt wird. Was hat dich diese Zeit gelehrt, das dich bis heute in der Eventbranche begleitet?

Das Bürgenstock Resort hat mir gezeigt, dass Exzellenz oft in den kleinen Details liegt. Ein gutes Timing, ein sauberer Ablauf oder eine Lösung, bevor überhaupt ein Problem entsteht – genau darin zeigt sich echte Hospitality.

Ich habe dort gelernt, dass Qualität kein Zufall ist. Sie entsteht durch klare Prozesse, hohe Standards und eine gelebte Servicekultur. Genau diese Haltung begleitet mich bis heute.

 

Was treibt dich persönlich an?

Mich treibt der Moment an, in dem aus vielen einzelnen Bausteinen ein Erlebnis wird. Wenn Planung, Abstimmung, Briefings, Aufbau und Teamwork am Eventtag ineinandergreifen und am Ende alles selbstverständlich wirkt.

Ein Event soll für Gäste leicht und stimmig wirken – auch wenn dahinter viel Präzision steckt. Jeder Event ist eine Chance, etwas noch besser zu machen – für den Kunden, für die Gäste und für das Team.

 

Was sehen Gäste auf einem Event – und was passiert hinter den Kulissen, das sie nie mitbekommen?

Gäste erleben im besten Fall einen inspirierenden Anlass, gutes Essen, spannende Gespräche und besondere Momente. Was sie nicht sehen, sind die vielen Stunden Vorbereitung, Abstimmungen, Briefings und kleinen Entscheidungen im Hintergrund.

Hinter den Kulissen greifen Projektleitung, Küche, Service, Technik, Logistik und Partner wie Zahnräder ineinander. Wenn das gut funktioniert, bleibt vieles davon unsichtbar. Genau daran erkennt man professionelle Eventorganisation: Sie wirkt selbstverständlich.

 

Hinter jedem erfolgreichen Event steckt viel Planung. Welcher Aspekt der Eventorganisation wird deiner Meinung nach am häufigsten unterschätzt?

Ganz klar: Kommunikation. Viele denken bei Eventmanagement zuerst an Location, Technik, Catering oder Zeitpläne. In der Praxis entscheidet aber oft die Kommunikation darüber, ob eine Veranstaltung wirklich reibungslos funktioniert.

Ein gutes Event entsteht, wenn alle Beteiligten dasselbe Ziel vor Augen haben und Informationen zur richtigen Zeit bei den richtigen Personen ankommen. Gute Operations bedeutet deshalb nicht nur, Prozesse zu steuern, sondern Menschen miteinander zu verbinden.

 

Operations bedeutet oft, Probleme zu lösen, bevor sie jemand bemerkt. Was war deine wertvollste Lektion aus all den Jahren im Eventmanagement?

Eine meiner wichtigsten Lektionen ist: Ruhe ist ansteckend. Herausforderungen gehören zu jedem Event dazu. Entscheidend ist, wie man als Team damit umgeht.

Hektik löst selten Probleme. Wenn das Team spürt, dass man auch unter Druck den Überblick behält, klar kommuniziert und lösungsorientiert bleibt, gibt das Sicherheit. Gute Operations bedeutet für mich: vorausschauend planen, ruhig bleiben und gemeinsam Lösungen finden.

 

Wenn du dein Team in drei Worten beschreiben müsstest – welche wären das und warum?

Verlässlich. Engagiert. Lösungsorientiert.

Genau diese Eigenschaften braucht es in der Eventbranche. Jeder Handgriff zählt, und man muss sich aufeinander verlassen können. Gute Events entstehen nur, wenn Menschen mitdenken, Verantwortung übernehmen und auch dann flexibel bleiben, wenn live nicht alles exakt nach Plan läuft.

Ein Event ist nie die Leistung einer einzelnen Person. Es ist immer Teamarbeit – und genau diese Haltung macht den Unterschied.

 

 

Zum Schluss: Stell dir vor, du dürftest nur eine einzige Regel an zukünftige Eventmanagerinnen und Eventmanager weitergeben. Welche wäre das?

Plane immer für den Gast – nicht nur für den Ablaufplan.

Natürlich braucht jeder Event eine perfekte Organisation. Aber am Ende erinnern sich Gäste nicht daran, ob intern jeder Punkt auf die Minute genau abgehakt wurde. Sie erinnern sich daran, wie sie sich gefühlt haben.

Wer Entscheidungen konsequent aus Sicht der Besucher trifft, macht vieles richtig. Erfolgreiches Eventmanagement bedeutet, Organisation, Service und Kommunikation zu beherrschen – aber nie zu vergessen, dass hinter jeder Veranstaltung Menschen stehen, die etwas erleben möchten.

 

Kurz & spontan

Frühaufsteher oder Nachteule?
Frühaufsteher – weil gute Vorbereitung nicht erst beim Aufbau beginnt.

Kaiserschmarrn oder Züri Geschnetzeltes?
Kaiserschmarrn – da kommt der Österreicher in mir durch. Aber Züri Geschnetzeltes hat definitiv seinen Platz verdient.

Lieblingsplatz während eines Events?
Dort, wo man den Überblick hat und gleichzeitig nah genug am Geschehen ist, um sofort reagieren zu können.

Anzug oder Trainer?
Anzug – aber Exzellenz entsteht nicht im Sitzen.

Der schönste Satz nach einer Veranstaltung?
„Das hat unsere Erwartungen übertroffen.“ Denn genau das ist unser Anspruch.

 

3 Dinge, die wir aus dem Gespräch mit Johann mitnehmen:

  1. Am Ende zählt nicht nur, was Gäste erleben, sondern wie sie sich dabei fühlen.
  2. Hinter jedem mühelosen Event steht ein Team, das mit Leidenschaft, Ruhe und Präzision arbeitet.
  3. Hospitality ist keine Aufgabe, sondern eine Haltung, die jeden Moment prägt.

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